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Bei Regen sicher mit dem Bike unterwegs

Es wird Herbst und das Wetter wird unbeständiger.
Aber gleich das Motorrad einwintern? Muss noch nicht.
Fahren im Regen kann sogar Spaß machen – wenn man ein paar Punkte beachtet.

Classic motorbike control panel at rain
Sicher Motorrad fahren bei Regen

Im Herbst kann das Wetter oft schnell wechseln. Selbst wenn du im Trockenen losgefahren bist, kann es ein paar Stunden später schon ganz anders aussehen. Oft hilft dann nur: Visier zu und durch.

Eigentlich haben wir in der Fahrschule alles gelernt, was Regenfahrten angeht. Aber das ist nun doch schon ein Weilchen her. Und oft denkt man sich ja insgeheim nur „jaja“, wenn der Fahrlehrer wieder einmal der Ansicht ist, dass alles, was wir auf dem Bike tun, gleich schrecklich endet. Mit einigen Dingen hatte er dennoch Recht.

Im Zweifel: Kaffee trinken

Wenn es so richtig schüttet oder ein fetter Platzregen losgeht, so dass die Straße zentimeterhoch unter Wasser steht: Lege eine kurze Pause ein und stelle dich irgendwo unter, bis sich das Wetter ein wenig beruhigt hat. Das hält nicht nur dich trocken(er) und warm, sondern schont auch die Nerven. Viele andere Verkehrsteilnehmer werden schlagartig hektisch und unkonzentriert, wenn der Regen einsetzt. Die Bremswege werden länger (nicht nur für dich) und die Straßen sind, beim ersten Kontakt mit Wasser, besonders glitschig.
Wenn du weiterfährst, mache dir vorher die neue Situation klar: Die Fahrbahn ist rutschiger als vorher, du bekommst es mit Spritzwasser und schlechter Sicht zu tun und auch sonst wird es ein wenig ungemütlicher und kälter. Gibt auch den anderen Verkehrsteilnehmern mehr Raum. Will heißen: Einfach den Fahrmodus generell mindestens einen Gang zurückschalten.

Runter vom Gas

Bei Regen ist gemütliches Fahren angesagt. Auch wenn du schnell nach Hause willst, solltest du trotzdem ruhig blieben. Dein Motorrad kann jetzt tatsächlich ein wenig unrunder oder gar ruppig laufen, weil die Luftfeuchtigkeit in der Ansaugluft höher ist und daher weniger Sprit ins Gemisch kommt. Vermeide rasantes Beschleunigen – die Reifen haften jetzt sehr viel schlechter – und lege dich nicht zu weit in die Kurven. Die Kupplung will jetzt möglichst schnell aus und sanft wieder eingekuppelt werden, damit das Hinterrad ruhig läuft. Beim Geradeausfahren besteht die Gefahr von Aquaplaning. Daher ist es ratsam, auf der Autobahn höchstens 80 bis 100 km/h zu fahren. Halte genug Abstand zum Vorausfahrenden, ansonsten wirbelt er dir eine Menge Gischt und Straßendreck ins Gesicht. Auf das Überholen solltest du generell verzichten, wenn nicht gerade ein Traktor oder Fahrrad vor dir fährt. Rutschige Armaturen und Lenker können noch dazu kommen. Vor allem, wenn die Finger langsam klamm werden, funktioniert alles nicht mehr so geschmeidig. Beschränke deine Bedienung der Armaturen und vor allem das Grüßen anderer Motorrad-Fahrer auf das Nötigste und konzentriere dich lieber auf die Straße.

Durchblick behalten

Wasser kommt jetzt nicht nur von oben, sondern von allen Seiten. Aufspritzendes Fahrwasser und Verwirbelungen trüben die Sicht zusätzlich. Viele Handschuhe neueren Datums haben eine sogenannte Visier-Wischlippe (eine kleine Verstärkung aus Gummi) mit der du dein Visier, vor allem bei Sprühregen, leicht abwischen kannst. Im Notfall hilft ein kurzes Kopfdrehen (aber nur kurz, bitte immer auf den Verkehr vor dir achten) nach links oder rechts. Das verbläst die Tropfen auf dem Visier. Wenn dein Visier durch den Temperatur-Unterschied innen beschlägt, ist es schlau, einen kleinen Spalt offen zu lassen. Das sorgt für Temperatur-Ausgleich und klarere Sicht. Im Zweifel: Kurz rechts ranfahren und alles in Ruhe reinigen, bevor es gefährlich wird.
Wer oft Probleme mit beschlagenen Visieren hat, sollte sich vielleicht einmal ein Pin-Lock Visier ansehen. Nach dem Prinzip der Doppelverglasung verhindert die wärmeisolierende Konstruktion ein Beschlagen durch die Atemluft – besonders bei kaltem Wetter.

Gut gerüstet

Gerade wenn du dich auf eine längere Tour aufmachst oder Strecken mit langen Pausen dazwischen (zum Beispiel den Weg zur Arbeit) fährst, solltest du eine Regenkombi mitnehmen. Es macht einfach mehr Spaß, trocken anzukommen. Regenkombis sind in der Basisausführung nicht teuer, aber funktionell, und lassen sich platzsparend im kleinsten Gepäckfach mitnehmen.

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